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It's all about contact: Gestalt&Zen

'In einer Zeit, da der Lärm ins tiefste Tal dringt, wird es vermehrt zu einem Politikum, einer gesellschaftlich-kulturellen Aufgabe, die Stille zu retten (..).’ Das schreibt der Zen Meister Niklaus Brantschen in seinem Buch ‘Stille’. So ist Sitzen in Stille auch ein Teil des Workshops ‘Nurturing a sense of belonging’, 'Zugehörigkeit nähren und Mitgefühl stärken’. Ein Tag Einführung in die Zen Meditation oder für erfahrene Praktizierende ein eintägiges Zazenkai mit Niklaus Brantschen, zweieinhalb Tage Gestalt-Workshop mit Margherita Spagnuolo Lobb. Siehe dazu auch Gestalt-zen.org. Zen und Gestalt, Gestalt und Zen - warum? Fritz Perls schreibt: ‘Wenn der östliche Mensch ‘Nichts’ sagt, nennt er es nicht Etwas (no thingness) - es gibt da keine Dinge. Es gibt nur Geschehen, Ereignis. (..) Und wir finden dies heraus: Wenn wir dieses Nichts, diese Leere, annehmen und da hineingehen, dann fängt die Wüste an zu blühen’ (Perls 1976, 65). Für das ‘Da hineingehen’ nennt Niklaus vier Gründe: Neugier, Abbau von Stress und Förderung der Kreativität, Sinnsuche, Weg der Erleuchtung. Als Gestaltleute fügen wir hinzu (und finden Zustimmung beim Zen Meister): Für uns ist Präsenz wichtig, präsent zu sein im Kontakt mit unseren Klientinnen, im Kontakt mit unseren inneren, mit unseren leiblichen Bewegungen. Im stillen Sitzen üben wir präsent zu sein, die Aufmerksamkeit ist auf den Atem gerichtet, auf den gegenwärtigen Augenblick, auf das Kommen und Gehen von Gedanken, Empfindungen, leiblichen Regungen. Fasten für die Sinne hat das einmal jemand genannt. Und es ist eine Übung der phänomenologischen Haltung: anerkennen was ist und nicht urteilen, nicht bewerten und nicht kommentieren. Was kommt kommt. 'The feeling of oneself’, so schreibt Margherita, 'is the main tool to put our own certainties in the background and throw oneself into the wonderful momentary moment of self/other experience, with one’s own song and dance, being free to try other possibilities in the here and now.’ Frei übersetzt vielleicht so: 'Sich selbst zu fühlen ist das entscheidende Werkzeug, um unsere eigenen Gewissheiten in den Hintergrund zu schieben und uns selbst in den wunderbaren Augenblick der Ich-und-Du Erfahrung hineinzugeben. Mit meinem eigenen Lied und Tanz, frei für Mögliches in dieser einen Gegenwart.’ Das üben wir im Zen und das üben wir in Gestalt: Präsenz im Hierundjetzt, im Prozess sein, sich auf Kontakt einlassen und sich zurückziehen, wahrnehmen was ist. Fritz zitiert aus Porgy and Bess: ’Ich hab so viel von nichts.’ Und fügt hinzu: 'Nichts kommt Wirklichkeit gleich.’ Die Zen Praxis des Lassalle Hauses verpflichtet sich einem socially engaged buddhism wie ihn Bernhard Glassmann und mit ihm die Zen Peacemaker praktizieren. Die Stille, die Bernie nach Auschwitz bringt oder nach Bosnien-Herzegowina, aber auch in die Strassen von Manhatten und Zürich ist auch ein Politikum. Niklaus rief gemeinsam mit Pia Giger das Jerusalemprojekt, das seit vielen Jahren für Annäherung und Dialog in der geteilten Stadt eintritt, als zentrales Projekt des Lassalle-Instituts ins Leben (siehe u.a. https://de.wikipedia.org/wiki/Jerusalem-Projekt). Paul Goodman rief auf, auch für ‘healthy communities’, für ein gesundes Zusammenleben, zu arbeiten. Wenn wir den Blick auf die Welt heute richten, ist das bitter nötig. Und so schliessen sich Rückzug und Einmischung nicht aus. ‘Zieht euch’, so Fritz, ‘zurück in eine Situation, aus der ihr Unterstützung bekommt und kommt dann wieder gestärkt zur Wirklichkeit zurück.’ Der Workshop im Lassalle Haus soll in diesem Sinn ein Unterstützungsangebot ein.

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